ADFC Iserlohn Tourennachlese 24: In 2 Tagen vom Rhein zurück ins Sauerland

Es war eine Premiere und zugleich ein Versuch: Der erfahrene ADFC-TourGuide Markus Bellebaum hatte sich eine von ihm privat organisierte und durchgeführte Radtour von der Wuppermündung in den Rhein zurück ins Sauerland ausgedacht.

Entspannte Teilnehmer einer erlebnisreichen Tour. © Markus Bellebaum

Diesem Angebot waren insgesamt 10 Teilnehmer gefolgt. Am Samstag, 08. Juni 2024 ging es gegen halb 9 Uhr mit dem Zug ohne umsteigen direkt nach Leverkusen-Opladen. Das Wetter war bestens, die Laune auch, die Erwartungen hoch, denn keiner, außer dem TourGuide selbst, wusste, was es unterwegs alles zu erleben oder bestaunen gab.

Den Anfang der Tour bildete ein Abstecher entlang der Wupper zu dessen Mündung in den Rhein. Zwar führte die Route zu Beginn noch durch den Ort selbst, dann wurde es aber ruhig und idyllisch. Leider war die historische Schiffsbrücke am Rhein aufgrund eines Hochwassers nicht zugänglich, teilweise der Radwegs noch leicht überschwemmt, aber zumindest einige große Schiffe konnten beobachtet werden. Nun ging es eine leicht veränderte Strecke zurück zum Bahnhof, um gleich danach auf der Balkantrasse, einem wunderbaren, asphaltierten und einer Baumallee gleichenden Bahntrassenradweg hinauf nach Hilgen zu gelangen. Hier wurde es etwas wilder, denn die mitten im Wald gelegene Sengbachtalsperre kann nur auf Wald- und Wirtschaftswegen umrundet werden. Es ging reichlich auf und ab, aber auch über die 43 Meter hohe und 178 Meter lange Sperrmauer.

Hinter dem Stausee war es nicht mehr weit bis zu Schloss Burg. Diese Höhenburg ist eine der größten Burgen Westdeutschlands und bietet neben einem tollen Ausblick hinunter ins Tal auch die Möglichkeit einer Fahrt mit dem Sessellift hinunter an die Wupper; und natürlich auch wieder hinauf. Die Gruppe absolvierte dieses aber natürlich mit dem Rad. In Unterburg wurde schließlich in einem kleinen Café eine längere Rast bei Kaffee und Kuchen eingelegt. Hunger war vorhanden, aber auch genügend Gesprächsbedarf untereinander. Radfahrer halt, jeder hat so seine eigenen Geschichten erlebt und mag sie gerne erzählen. Danach ging es durch das einsame, romantische Flusstal zur Müngstener Brücke. Hier musste mal nicht getrampelt werden, denn die dortige Schwebefähre wird per Hand und Pumpbewegungen angetrieben. Ein letztes mal ging es nun über die Bergbahntrasse, einer früheren Straßenbahnstrecke hinaus aus dem Tal hoch nach Solingen. Die weitere Strecke verlief nun fast nur noch eben, über die Korkenzieher- und Nordbahntrasse gelangten die Teilnehmer so nach Wuppertal. In einem schönen Hotel direkt an der Wupper und der Schwebebahn wurde übernachtet, aber nicht, ohne vorher bei einem Italiener im Luisenviertel mit seinen zahlreichen Bars und Restaurauts gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen.

Nach dem Frühstück ging es zurück auf die Nordbahntrasse. Durch mehrere Tunnel und über diverse Viadukte radelte die Gruppe über Schee nach Sprockhövel. Hier hatte der dortige Dampfbahnclub überraschend doch einen Fahrtag. Während die E-Loks schon mit ihren Wagen ihre Runden über das Gelände zogen, wurden die großen Dampfloks leider erst noch angeheizt. Ab hier ging es nun fast nur noch zügig bergab. Fast, denn kurz vor Wengern hieß es noch einmal kräftig in die Pedale treten, denn der Tourenleiter führte seine Gruppe von der Elbsche-Bahntrasse über den EN11 ins Muttental mit seinen Ausstellungen zur Bergbaugeschichte. Zahlreiche Relikte säumen den Weg entlang der Route. Nächstes Highlight war der Besuch von Schloss Steinhausen, hier gab es viele bunte kleine Kunstwerke zu bestaunen, aber auch lebensgroße Tierfiguren aus alten Schrottteilen. Es war schon interessant zu sehen, was man auch Schrauben, Bremsklötzen, Federn oder auch Kupplungsteilen noch herstellen kann.

Über den Ruhrtal-Radweg radelte man nun weiter bis ins historische Zentrum von Wengern. Neben der alten Kirche und vor den Fachwerkhäusern war im Schatten ein gemütliches Plätzchen für eine Pause gefunden, natürlich auch wieder bei lecker Kaffee und Kuchen. So gestärkt stand nun die Schlussetappe an. Immer entlang der Ruhr führte der Streckenverlauf weiter Richtung Hagen, vorbei an der Volmemündung und dem Hengsteysee. Dort gönnte man sich noch ein italienisches

Eis bei Maria, die dort seit rund 40 Jahren schon mit grünen Verkaufswagen steht. Die letzten Kilometer bis zum Schwerter Bahnhof waren dann noch ein schöner Ausklang dieser Tour.

Insgesamt waren es 2 schöne Tage, durchgehend blauer Himmel bei strahlendem Sonnenschein, trotzdem nicht zu warm, für Pausen im Freien aber gerade recht. Die Unterkunft war toll, das gemeinsame Abendessen ebenso. Die Strecke an sich zeigte sich jedoch schon sehr anspruchsvoll, so waren am ersten Tag rund 80 Kilometer bei 860 Höhenmetern zu bewältigen, während es am nächsten Tag immerhin noch 70 Kilometer und 460 HM waren. Speziell am ersten Tag brachte es so manchen Akku an seine Grenzen, seinen Besitzer somit auch. Ob es im kommenden Jahr eine Fortsetzung für solch eine Wochenendtour gibt, steht noch nicht definitiv fest. Eines ist aber sicher: Ende Juni 2024 führt unser TourGuide Markus Bellebaum eine weitere Gruppe von begeisterten Radlern und Radfahrerinnen in einer ebenfalls privaten Tour in 9 Tagen von Füssen aus entlang der Via Claudia Augusta über die Alpen bis nach Bozen in Südtirol. ADFC Iserlohn: Wir kennen die schönsten Strecken, Ihr seid herzlich eingeladen uns zu begleiten.


https://maerkischer-kreis.adfc.de/neuigkeit/adfc-iserlohn-tourennachlese-24-in-2-tagen-vom-rhein-zurueck-ins-sauerland

Bleiben Sie in Kontakt