Radwegeplanung in Menden - Gedanken dazu von Franz-Josef Knur

 

Neues von der Radwegeplanung aus unserem Nachbarort Menden. ADFC-Mitglied Franz-Josef Knur hat das zum Anlass genommen, seine Gedanken dazu in einem Leserbrief an die WP niederzulegen. Wir vom ADFC Iserlohn möchten Euch diesen nicht vorenthalten.

 

Fahrrad fahren im urbanen Umfeld - immer noch ein Abenteuer. © Victor B. / unsplash

Die Neuregelung des Margarete-Habbel-Wegs in Menden ist keineswegs Bestrafung des Radverkehrs für das Fehlverhalten einzelner Schnellfahrer. Dabei nähert die Verwaltung lediglich die dortige Lage an den Stand Wissenschaft und Forschung an, aber auch an die Realität des Verkehrsrechts. Der „Hönneweg“ ist für gemeinsamen Fußgänger- und Radverkehr in beide Richtung nämlich viel zu schmal. Die „Freigabe“ für den Radverkehr wird nunmehr beendet, und dies dient sowohl dem Radverkehr als auch den Fußgängern.

Den politischen Urhebern des derzeitigen Zustands war seinerzeit natürlich klar, dass Radfahrer den schmalen Streifen nutzen würden. Dabei sollten sie sich strafbar machen und aus Verärgerung das störende Radfahren aufgeben. Die gefährliche Regelung mit dem Zusatzschild (Gehweg für Räder freigegeben) ist nahezu allen Verkehrsteilnehmern unbekannt: Radfahrer sind in der Tat dort bisher gleichsam rechtlos, sie müssen Schrittgeschwindigkeit (4-7 km/h, mit einem Zweirad schwierig zu fahren) einhalten, in jedem Augenblick bremsbereit sein und dürfen – streng genommen – nicht einmal durch Klingeln auf sich aufmerksam machen, weil dies in der Rechtsprechung als Nötigung angesehen wird. 

Auf diese Weise, und in klarer politischer Absicht,  sorgte bisher ein fahrradfeindlicher Block im Mendener Rat dafür, dass auf diese Weise Konflikte in die Schnittstelle zwischen Radlern und Fußgänger verlagert wurden, und die Autofahrer waren dabei die lachenden Dritten. Wenn jetzt endlich klare Verhältnisse geschaffen werden, müssen eben diese Autofahrer lernen, dass Fahrräder Fahrzeuge sind und somit auf die Fahrbahn gehören. 

Allerdings wurde doch noch eine Schikane eingebaut, die zu Verwirrung und Gefährdungen führen dürfte: Die Zuständigen haben sich einen albernen, roten Streifen als Querungshilfe einfallen lassen, anstatt der StVO ihren Raum zu gewähren und eine Einordnungshilfe in der Fahrbahnmitte aufzubringen, die den Übergang auf den linksseitigen Verlauf des Radweges an der VHS erleichtern und sichern könnte. In der Ideenwelt des Planers sollen sich Radfahrer künftig in die Bettelschleife stellen und auf die Gnade der Autofahrer warten. Es ist eine neue Behinderung und obendrein eine Frechheit, die wieder einmal die Radfahrer gezielt und bewusst benachteiligt und gefährdet. Man darf mit Spannung darauf warten, wann der erste Radfahrer in Menden dort auf der Straße liegen wird.

 


https://maerkischer-kreis.adfc.de/neuigkeit/radwegeplanung-in-menden-gedanken-dazu-von-franz-josef-knur

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt