Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Märkischer Kreis e. V.

Standpunkt - Von wieder einmal verpassten Chancen im Stadtrat

Kooperationsvertrag zwischen CDU und SPD in Lüdenscheid als Bestätigung der verpassten Chancen für den Radverkehr.

Standpunkt - Von wieder einmal verpassten Chancen

Ein Kommentar zum Kooperationsvertrag zwischen CDU u. SPD im Lüdenscheider Stadtrat.

Zunächst begrüßen wir als ADFC Ortsgruppe Lüdenscheid, dass die beiden stärksten Parteien im Lüdenscheider Stadtrat mit ihrem Kooperationsvertrag Lüdenscheid aktiv weiterentwickeln wollen. Dennoch ist auch diese Absichtserklärung mal wieder einmal eine Bestätigung der verpassten Chancen für den Radverkehr.

Auf Nachfrage verwiesen Vertreter beider Parteien auf das bereits beschlossene Mobilitätskonzept und der Abhängigkeit für die meisten Hauptverkehrsstraßen von Straßen NRW. Die SPD gab sogar zu, dass der Radverkehr kein Thema bei den Verhandlungen war.

Ach ja, vom Mobilitätskonzept, auf das wir an anderer Stelle nochmal eingehen werden, sind nur 5 Leitprojekte für den Radverkehr übriggeblieben. Aber selbst für diese sahen CDU u. SPD keinen Bedarf, in ihrem Kooperationsvertrag Weichenstellungen zu vereinbaren, sehr wohl aber für ein SUV-fähiges Parkhaus. Hier verlässt man sich darauf, dass die personell eng besetzte Verwaltung es schon richten wird und natürlich mithilfe teurer externer Planungsbüros.

Und Straßen NRW, die selbst für die Erstellung eines Protokolls bereits über 3 Wochen benötigen, verkaufen vermutlich bereits lange geplante Sanierungsmaßnahmen als tolle Errungenschaften des Sonderprogramms Südwestfalen nach der A45-Sperrung.

Immerhin hat die Landesregierung aus CDU (!!) und Grünen in deren Fahrrad- und Mobilitätsgesetz NRW (FaNaG) für den Radverkehr das Ziel eines Modalsplit von 25% ausgegeben und wir wollten von CDU u. SPD gerne wissen, wie diese das erreichen wollen durch aktive Politik. Die CDU verwies auf bereits getätigte Antworten und die SPD antwortete erstmal gar nicht.

Gibt’s denn wenigstens Unterstützung vom Märkischen Kreis? Fehlanzeige! Da initiiert man lieber Stadtradeln, reagiert monatelang nicht auf unsere Nachfragen und prüft dann erst langwierig von uns mundgerecht aufbereitete Angebote.

Also Verkehrswende geht anders! Lieber zieht man in Lüdenscheid die veralteten Karten der ungeeigneten Topografie und der engen Straßen. Die Topografie sollte seit der Erfindung von E-Bikes kein Thema mehr sein und selbst ähnliche Kommunen wie Plettenberg und Attendorn sind da schon weiter.  

Die Lüdenscheider Politik hat hier also die Chancen wieder einmal verpasst, wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen. Das Verzögern, Verdrängen und Verschleppen mit veralteten Argumenten geht weiter, um ja den Platz auf der Straße keinesfalls neu aufteilen zu müssen. Dabei sind wir nicht die Feinde der Autofahrer und die Vorteile einer fahrradfreundlichen Stadt werden durch zahlreiche Beispiele bewiesen getreu dem Motto: Wer Fahrradwege sät, wird Radverkehr ernten. Denn wer aufs Rad umsteigt, ist wieder ein Auto im Stau vor einem weniger. Da fragt man sich, ob hier nicht erkannt wurde, dass sich die Welt und ihre Anforderungen weiterdreht.

Aber wir als ADFC bleiben dran, versprochen! Wir werden auch weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten im Austausch mit der Verwaltung, in den Clustersitzungen mit Straßen NRW und als sachkundige Einwohnerin im Bau- u. Verkehrsausschuss immer wieder den Finger in die Wunde legen.

Hinweis: Unsere Fragen haben wir an Michael Dregger, CDU, u. Philipp Kallweit, SPD, gestellt.

Lüdenscheid, 18. März 2026

Iris Burchardi


https://maerkischer-kreis.adfc.de/neuigkeit/standpunkt-von-wieder-einmal-verpassten-chancen-im-stadtrat

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